März 2014, , ,

Grabinschriften 2.0

Teresa Adriana Schubert

Grabstein mit QR Code

„Zu allen Zeiten haben Gräber und Bestattungsorte versucht, zwischen beiden Welten eine Brücke zu schlagen, um sich doch gleichermaßen voneinander zu trennen: die Welt der Lebenden und die Welt der Toten.“ (Reiner Sörries)

QR-Codes eine neue Friedhofskultur? Hintergründe, Entwicklungen, Diskussionen  

QR-Codes auf Grabsteinen schlagen eine Brücke zwischen der Grabstätte und der immateriellen Erinnerung im Internet. Was hat es mit dieser Trauerkultur 2.0 auf sich? Wie verändert sie das Erscheinungsbild der Friedhöfe? Wie wird sie eingesetzt, wie gestaltet? Welche Widerstände gibt es? (Red.)

Im 21. Jahrhundert stellen Gräber neben der Verbindung von Lebenden und Toten eine weitere Brücke her: Sie schlagen den Bogen zwischen Friedhof und Internet.1 Durch das Abscannen von QR-Codes mittels Smartphones oder Tablets wird der Besucher einer Grabstätte auf eine Gedenkseite über den dort Begrabenen weitergeleitet. „QR“ ist eine Abkürzung für den englischen Ausdruck „Quick Response“ und bedeutet „schnelle Antwort“. Einige wenige Steinmetze bieten heute die Option an, QR-Codes auf Grabsteinen oder zusätzlichen Grabstellen anzubringen. Zwar sind QR-Codes bislang in Deutschland nur vereinzelt auf Friedhöfen in Bergisch-Gladbach, München und Bad Ems zu finden, doch weist diese Entwicklung auf merkliche Veränderungen in der Friedhofs-, Erinnerungs- und Trauerkultur hin.

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Teresa Adriana Schubert

Geb. 1988. Von 2010 bis 2013 studierte sie Europäische Ethnologie und Skandinavistik an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und beendete ihr BA-Studium erfolgreich. Von 2011 bis 2013 war sie zudem als wissenschaftliche Hilfskraft in der Bibliothek des Instituts für Volkskunde in Freiburg tätig. Seit 2013 ist sie im Masterstudiengang Interkulturelles Management und Internationale Geschäftsbeziehungen an der Université de Haut-Alsace in Mulhous, Frankreich, eingeschrieben.

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