August 2015, , ,

“Vom Zug erfaßt” – Die Berichterstattung über Schienensuizide

Carina Graf

Bericht Schienensuizid

Der Suizid des Torwarts Robert Enke im November 2009 hatte großes mediales Aufsehen zur Folge. In den Zeitungen wurde über Hintergründe und Hergang berichtet, dazu kamen Trauerbekundungen von Fans und Kollegen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Suizide, die von Unbekannten verübt werden. In den Medien liest man von Verkehrsbehinderungen, Zugausfällen, wartenden Fahrgästen und ähnlichem.

Die öffentliche Diskussion ist von vermeintlich fehlender Rührung geprägt. Deutungen in Bezug auf Suizid ausfindig zu machen, wurde zum Anliegen, das in diesem Studienprojekt umgesetzt wird. Dabei findet die Forschung sozusagen auf zweiter Ebene statt, da es sich um eine Medienanalyse handelt. In den Medien werden kursierende Deutungen gefiltert und zurück vermittelt. Dementsprechend schalten sich an dieser Stelle Instanzen ein, die die Deutungshoheit über das Thema einfordern. Mit Rückbezug auf diese normativen Vorgaben gestaltet sich das Feld vor dem Hintergrund mehrerer Faktoren, die in dieser Untersuchung analysiert werden. So soll letztendlich die mediale Produktion als kulturelle Handlung verstehbar und erklärbar werden.

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Projekt: buetefisch & agentur einfach persoenlich