„Sich etwas auf die Fahne schreiben“ bedeutet, dass sich jemand etwas zum Ziel setzt und für dessen Umsetzung kämpft. So war es auch beim Mössinger Generalstreik gegen Hitler 1933. Nach dessen Amtsantritt organisierte die KPD-Ortsgruppe den Streik, 800 Demonstrant*innen gingen auf die Straße. Unter ihnen war auch Jakob Textor, der als einer der Fahnenträger den Zug anführte. Bereits 1932 hatte er den Schornstein der Pausa-Weberei erklommen und dort eine rote Fahne mit Hammer und Sichel gehisst. Der Generalstreik wurde von der Polizei zerschlagen und 80 Teilnehmer*innen zu Haftstrafen verurteilt. Der Generalstreik war eine deutschlandweit einzigartige Aktion, erstmals öffentlich thematisiert wurde er durch ein LUI-Projekt 1982. Der Streik sorgt bis heute für Kontroversen um die Motive der kommunistischen Widerständler und die erinnerungswürdige Bedeutung  in Mössingen. 2013 fand er Eingang in das Stück „Ein Dorf im Widerstand“ des Melchinger Theaters Lindenhof, aus dem die hier zu sehende Fahne als Requisite stammt.

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