Fundstücke aus dem Bildarchiv des Badischen Landesmuseums Außenstelle Südbaden / Landesstelle für Volkskunde in Staufen

Das Bildarchiv der Landesstelle für Volkskunde in Staufen beherbergt rund 400.000 Bildträger. Sie gehören zu Fotograf*innennachlässen, Fotosammlungen von Heimatforschenden oder zu thematischen Bild- und Postkartensammlungen; rund 12.000 Fotografien sind Eigenproduktionen der Landesstelle von ihren Anfängen bis heute. Von diesem Bestand sind heute circa 10 Prozent in der museumseigenen Datenbank inventarisiert und als Digitalisate erfasst.

Um Dokumentation und Publikation unserer Bildbestände voranzutreiben, beteiligt sich die Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums/Landesstelle für Volkskunde in Staufen seit dem 1. März 2020 am grenzüberschreitenden INTERREG-Projekt „Die Dreiländersammlung – ein neues Sammlungsdepot zur grenzüberschreitenden Nutzung für Tourismus, Bildung und Forschung“, wofür eine 40%ige Dokumentar*innenstelle für drei Jahre geschaffen werden konnte.

Dafür werden die noch nicht digitalisierten Bestände des historischen Bildarchivs gesichtet, um, so die Projektvereinbarung, 4200 Fotografien mit Motiven aus Frankreich (Schwerpunkt Grand Est), der Schweiz (Schwerpunkt Nordwestschweiz) und Deutschland (Schwerpunkt Oberrheinraum in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) zu digitalisieren, zu inventarisieren und sie dann über den museumseigenen Digitalen Katalog und die open-Source-Seite „Leo-BW“ frei zugänglich zu machen und bis zum Projektende im März 2023 mit der Homepage des Dreiländermuseums zu verknüpfen.

Bei dieser Durchsicht stoßen wir ab und zu auf Fotografien – nicht nur aus dem oben eingegrenzten Gebiet -, die uns besonders ins Auge fallen. Sei es, weil uns das Dargestellte selten, unbekannt, banal, interessant, witzig, kurios, lehrreich, schräg oder als Fotografie besonders gelungen erscheint. Danach beginnt die eigentliche Recherchearbeit: Kennen wir den/die Fotograf*in und/oder Ort und Zeit der Aufnahme? Hat der/die Fotograf*in Informationen zum Fotomotiv hinterlassen? Was ist auf dem Bild zu sehen? Was sagt uns das Foto heute?

Von diesen – absolut subjektiv – ausgewählten Motiven werden wir ab November 2021 bis zum Ende des Projektes pro Monat ein Foto auf dieser Seite einstellen. Die Galerie mit allen Monats-Fundstücken finden Sie weiter unten auf der Seite.

Fundstück Mai 2022: Frühjahrsputz in Calw um 1950

Fotografie: Alwin Tölle, Schwarzweißnegativ, Mittelformat (6 x 6 cm); ©Badisches Landesmuseum, Außenstelle Südbaden, Inventarnummer: BA 2004/4274.

Zwei Frauen in Calw beim Putzen abgehängter Fensterläden am Oberen Marktbrunnen. Im Hintergrund steht ein VW Käfer sowie ein dreirädriger Tempo-Kleinlaster, um den sich eine Gruppe neugieriger Kinder versammelt hat.

Das Haus oder die Wohnung einmal im Jahr, und zwar im Frühjahr gründlich zu putzen und aufzuräumen, hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Als noch ausschließlich mit Holz und Kohle geheizt wurde, oder in manchen Gegenden die Küchen in Bauernhäusern gar keinen Kamin hatten und der Rauch durch den Raum über den Dachboden ins Freie zog, waren Wände und auch Möbel vom Ruß stark verschmutzt und wurden am Ende der Heizsaison vor dem Haus gereinigt. In südlichen europäischen Ländern wie Griechenland und Spanien werden auch heute noch in manchen Dörfern jedes Jahr zu Ostern die Außen- und Innenwände mit Kalkfarbe frisch „geweißelt“. Dies geschieht dort nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern vor allem weil sich ein weißes Haus im Sommer bei intensiver Sonneneinstrahlung nicht so schnell aufheizt wie ein dunkles.

Hier klicken zur ausführlichen Beschreibung (PDF).

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