„Das Shtetl war eine sehr dynamische Gemeinschaft, aus der sich eine Menge über Werte und Leben in der Gemeinschaft lernen lässt“, sagte die Lektorin des hier zu sehenden „Paper Shtetl“-Modells, das in religiösen und säkularen Szenen jüdisches Leben darstellt. Ein Shtetl bezeichnet eine Siedlung mit überwiegend jüdischem Bevölkerungsanteil in Osteuropa vor dem 2. Weltkrieg und wird heute in oft verklärter Erinnerung behalten. Das Thema „Shtetl-Nostalgie“ wurde in Seminaren des württembergischen Landesrabbiners Joel Berger besprochen, der in den 1990er Jahren Lehrbeauftragter am LUI war. Der Ausschneidebogen ist ein Geschenk von Joachim Schlör, der am LUI studiert hat und heute Professor für jüdische Studien an der University of Southampton ist.

Die EKW thematisiert vielfältig in Lehre und Forschung die Erinnerung an jüdisches Leben. Utz Jeggle legte 1969 mit seiner Doktorarbeit „Judendörfer in Württemberg“ die erste Untersuchung über das Landjudentum, weitere Publikationen wie „Erinnerungen an die Haigerlocher Juden“ drehten sich um die Beziehung von Juden und Christen.

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