zusammenleben

Wohnen mal anders? Ira ist 69 Jahre alt, Rentnerin und vor 20 Jahren nach Freiburg gezogen. Berly auf der anderen Seite studiert Sozialwissenschaften und Global Studies, kommt ursprünglich aus Boston und hat Wurzeln in der Dominikanischen Republik. Ihre beiden Wege kreuzten sich durch das Projekt „Wohnen für Hilfe“. Das Studierendenwerk hat dieses im Jahr 2002 in Freiburg ins Leben gerufen. Das Prinzip ist einfach: Familien oder auch Senior*innen bieten günstigen Wohnraum an und erhalten im Gegenzug von den Studierenden oder Mitbewohner*innen kleine freiwillige Hilfeleistungen im Alltag.

Auf den ersten Blick mag diese Wohnkonstellation überraschen. Zwei scheinbar gänzlich unterschiedliche Lebenswelten in einer Wohnung. Doch bei einer kulturanalytischen Betrachtung erkennt man: Es steckt viel mehr hinter diesen vier Wänden als nur eine Altersangabe oder eine Quadratmeterzahl. Der Beitrag analysiert das alltägliche Zusammenleben der beiden, den Austausch untereinander und ihre persönliche Beziehung zueinander. Im gleichen Zug werden die Aspekte in den Blick genommen, welche für Ira und Berly dabei von besonderer Bedeutung sind und die soziale Wohndynamik mitdefinieren.

„Wir erzählen uns gegenseitig Dinge, die in unserem Leben vor sich gehen. Ich habe das Gefühl, ich kann mit ihr über viele verschiedene Dinge reden.“

„Nicht nur, dass doch ein paar Jahre zwischen den beiden liegen, es liegt auch ein Weltmeer zwischen ihren Geburtsorten und dieselbe Muttersprache haben sie auch nicht.“

Ein Beitrag von Julia Voswinckel, illustriert mit Bildern von Finn Hagen. Weitere Beiträge und Informationen zu Projekt und Publikation finden Sie hier.

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