Freiburg in den langen 70ern – Facetten einer Stadt im Wandel

Vernissage 18. Juli 2019 | 19 Uhr | Uniseum Freiburg

 

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In den »langen« 70ern, zwischen 1968 und 1983, veränderte sich der Alltag schleichend, aber nachhaltig. Es entstand ein alternatives Milieu, dessen Ideen bis heute in die Gesellschaft hineinwirken: Immer mehr Menschen orientierten sich weg von konventionellen Wert-und Rollenvorstellungen hin zu persönlicher Entfaltung, Selbstbestimmtheit und Gleichberechtigung von Mann und Frau. In einer Zeit voller Spannungen – zwischen Individuum und Gemeinschaft, zwischen Alt und Jung, zwischen Haben und Sein – bildeten sich alternative Alltagspraxen und kreative Protestformen heraus.

 

In Medien und Politik wurden die Wirtschaftskrise, der Radikalenerlass, der RAF-Terror und die Nato-Aufrüstung diskutiert. In der Region Freiburg und anderswo begannen engagierte Bürger*innen vor Ort, ihre Ideale in selbstorganisierten und demokratischen Projekten zu verwirklichen: Das Kommunale Kino, der Buchladen Jos Fritz und alternative Wohnprojekte haben ihre Ursprünge in Initiativen, die neue Wege gegen Wohnungsnot oder mediale Einseitigkeit einschlugen. Politisch waren die Projekte eher im linken Spektrum angesiedelt, doch sie waren auf vielfältige Weise mit der Gesellschaft und anderen politischen Milieus verbunden.

 

 

Von einigen dieser Geschichten erzählt unsere Ausstellung. Sie zeigt Freiburger Perspektiven auf die »stille Revolution«. Wir haben mit Zeitzeug*innen gesprochen, Archive durchforstet und Objekte zusammengesucht, um die langen 70er Jahre lebendig werden zu lassen. Unsere Erzählungen beginnen 1968 mit den Fahrpreiskämpfen und enden 1983, als das KKW Wyhl politisch beerdigt wurde und die Friedensbewegung in der BRD ihren Höhepunkt erreichte.

 

 

Die Facetten einer Stadt im Wandel sind sehr vielfältig, daher bleibt unsere Rückschau auf die Zeit ausschnitthaft. Die Ausstellung zeigt, in welcher Weise gegenwärtige Formen des Zusammenlebens historisch gewachsen sind. Zugleich weist sie in die Zukunft und regt zum Nachdenken an:

Was wollen wir bewegen und wie wollen wir miteinander leben?

 

 
 
 
 

{Über das Projekt}

Seit Oktober 2018 arbeiten wir – 14 Master-Studierende im Fach Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg – gemeinsam an dem Inhalt und der Ausgestaltung dieses Projekts. Im ersten Semester haben wir Forschungsmaterialien generiert, Texte studiert sowie Archive durchforstet. Theoretisch wie auch methodisch näherten wir uns der historischen Lebenswelt verschiedener Protagonist*innen aus ihrer gegenwärtigen Perspektive. Mittlerweile wurden aus diesen Annäherungen umfassende Seminararbeiten, Essays, Ausstellungs- und Objekttexte. Was jetzt noch fehlt, ist die Ausstellung selbst – daher wird nun fleißig gewerkelt, gemalt, gebastelt und auf Flohmärkten gestöbert …

 

Instagram @freiburgs70er

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